
er griechische Historiker Diodorus Siculus (ca.8 n.Chr.) war einer der
bekanntesten seiner Zeit. Er verfasste die „Bibliotheka Historica“ in der er
die Legenden des Nahen Ostens und des mediterranen Raumes aufzeichnete,
heute existieren noch 15 von ursprünglich 40 Büchern.
Diodorus beschreibt in seinem 3. Buch eine wilde Frauenrasse, die wir heute
als die Amazonen kennen. Diese lebten, so schreibt Diodorus, am äußersten
Westrand von Libyen. Ihre sehr große und fruchtbare Heimatinsel hieß Hespera
und lag in der Tritionismarsch. Dieser Landstrich wurde heute als kleiner
antiker Salzsee neben der kleinen Syrte in der Nordsahara identifiziert.
Weiterhin berichtet Diodorus Siculus das die Tritonismarsch bei einem
Erdbeben verschwand, als die Küstengebiete auseinanderbrachen.

Als die Amazonen, die ein sehr kriegerisches
Volk waren, alle Völker im Umkreis unterwarfen zogen sie gegen das
zivilisierteste Volk des Landstriches, den Atlantioi, in den Krieg. Die
Amazonen unterwarfen mit 30000 Fußtruppen und 3000 Reitern die Atlantioi in
der Stadt Cerne. Die Atlantioi unterwarfen sich und wollten alles tun was
Myrina, die Königin der Amazonen, verlangte. Myrina war gnädig und erbaute
auf den Resten von Cerne eine neue Stadt namens Myrina. Die Atlantioi baten
die Amazonen gegen die grausamen Gorgonen (die vom mythischen Perseus
vernichtet wurden) vorzugehen, da diese die Gegend unsicher machten. Die
Amazonen wagten gegen die Gorgonen vorzugehen und nahmen 3000 Gefangene aber
der Plan die restlichen Gorgonen auszuräuchern scheiterte.


benfalls schreibt er in seinen Werk das die Welt nach dem Tod des Titanen
Hyperion unter den Söhnen des Uranos aufgeteilt wurde, wobei Kronos und
Atlas die Gebiete entlang des Okeanos zugesprochen wurden. Ein Berg wurde
nach Atlas benannt und die Bewohner des Gebietes hießen nun Atlantioi.
Diodorus Siculus schreibt das die Atlantioi die Ureinwohner des Gebietes
seien und ihre großen Städte die Geburtstätten der Götter waren. Zu bedenken
ist, das der antike Geschichtsschreiber Herodot in seiner „Historia“ das
Volk der Atlanter beschreibt die die Westsahara besiedelten.
Erstaunlich ist hier das Atlas, der laut griechischen Mythen Sohn des
Japetos ist, der Sohn des Uranos war. Plato schreibt in seinen
Atlantis-Bericht das Atlas Sohn des Poseidon war. Die richtige Genealogie
wäre laut griechischen Mythen: Gaia und Uranos zeugen Kronos und Japedos,
Kronos zeugte mit seiner Schwester Rheia den Meeresgott Poseidon und Japedos
zeugte mit seiner Nichte Klymene den Riesen Atlas.
Von großer Bedeutung ist der Name der Amazoneninsel, die laut Diodorus
Hesperos hieß, und auf dieser Insel wuchs Obst jeder Art. So war es nämlich
auch Herakles der bei einer seiner 12 Aufgaben die goldenen Äpfel der
Hesperiden holen sollte - dies gelang ihn mit Hilfe von Atlas, der dort die
Welt trug. Ebensolche Goldenen Äpfel bekamen Hera und Zeus im Garten der
Hesperiden zu Ihrer Hochzeit von der Erdmutter Gaia geschenkt. Der Garten
der mythischen hesperidischen Nymphen, so schreiben es die Mythen liegen im
Westen des Meeres. Ein anderer Mythos von der Urgöttin Nyx erzählt von den
„Inseln der Seligen“. Ihre Töchter die Nachtnymphen bewachten einen
wunderbaren Obstgarten in dem Goldene Früchte wuchsen. Auch der berühmte
Dichter Hesiod (ca. 8.Jhd. v.Chr.) schrieb von den Hesperiden, seinen
Aussagen nach liegen diese „jenseits des berühmten Ozeans“.


enn wir alle genannten Fakten zusammenstellen kommen wir auf einen Nenner,
es gab am westlichen Rand Europas oder im Atlantik eine fruchtbare Insel
„ein Heim der Götter“ mit großen Städten und einer zivilisierten
Bevölkerung. Dieses Volk hieß Atlantioi oder Atlanter, benannt nach dem
Riesen Atlas. Dieser Insel wurden unabhängig voneinander mehrere Mythen
gewidmet , daran sieht man welchen Einfluss dieses Gestade auf die damalige
Welt hatte.
Also ist Plato nicht der einzige der von einem Reich westlich des Atlantiks
spricht, so wie es uns einige Gelehrte glaubhaft machen wollen. Ob es nun
die Insel der Hesperiden, die Insel der Seligen oder Atlantis hieß ist
uninteressant, da die Hesperiden Töchter des Atlas waren und Atlantis in der
Übersetzung „Tochter des Atlas“ heißt. Selbst Kronos, der Vater des Zeus
wurde nach seiner Vernichtung in den westlichen Ozean verbannt – vielleicht
zurück ins Heim der Götter, den Inseln der Seligen?
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